Nasenkorrekturen

Artikel aus Ki-Magazin 3/2003

Die ideale Form finden Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie e.V. ließen sich im vergangenen Jahr hierzulande rund 5 000 Männer und Frauen die Nase verschönern. Damit rangiert die Nasenplastik auf Rang eins der beliebtesten Schönheitsoperationen bei beiden Geschlechtern.

Aus funktioneller Sicht hat die Nasenform nicht viel mehr Bedeutung, als die beiden Körperölfnungen der Atemorgane zu schützen. Die inneren Abschnitte der Nase, die mit der Nasenform wenig zu tun haben, sind für das Riechvermögen zuständig und sorgen dafür, dass die Atemluft befeuchtet wird. Für die Psyche hingegen ist die Nasenform extrem wichtig. Schließlich hat diese großen Einfluss auf das gesamte Erscheinungsbild des Gesichtes. Seine Nase kann man nicht einfach mit einem Kleidungsstück kaschieren. Kein Wunder also, dass sich Betroffene nach Nasenkorrekturen sehnen, deren Ursprünge sehr weit zurückreichen. Männer leiden übrigens interessanterweise viel stärker als Frauen darunter, wenn ihnen ihre Nase nicht gefällt.

Operationen mit Tradition

Die Nasenchirurgie wird auch als die Mutter der plastischen Chirurgie bezeichnet. Bereits vor mehr als 4500 Jahren fanden in Indien Operationen zur Wiederherstellung der Nasenform statt Dort war es damals nicht unüblich, Menschen, die gegen Gesetz und Sitten verstoßen hatten, und Kriegsgefangene damit zu bestrafen, dass ihnen Ohren und die Nase abgeschnitten wurden.

Deren Wunsch war natürlich groß, diese Körperteile wieder herstellen zu lassen. Mit dieser Aufgabe wurde die Kaste der Töpfer, die Comaas, betraut. Sie hatten Sinn für schöne Formen und waren in der Lage, Ton nach den entsprechenden Vorstellungen zu modellieren. In seinem Buch Ayur-Veda beschrieb Susruta Samhita 2 000 Jahre vor Christus eine Methode, bei der eine komplette Nase mit einem Hautlappen von der Stirn rekonstruiert wurde. Dies gilt als die Geburtsstunde der plastischen Chirurgie.

Sehr langsam verbreitete sich das Wissen über die Näsenchirurgie von Indien über Persien und Ägypten bis nach Griechenland. Erst im 15. Jahrhundert wurden dann auch in Europa, in Sizilien, die ersten Nasenoperationen durchgeführt.

Im Mittelalter stand man dem Forschungsdrang von Medizinern sehr verschlossen gegenüber. Es sollten weitere 400 Jahre vergehen, bis sich im 19. Jahrhundert die Nasenchirurgie wirklich weiter entwickeln konnte. Der deutsche Arzt Dieffenbach veröffentlichte 1845 ein Buch, in dem er erstmals auch von einer chirurgischen Verkleinerung der Nase sprach. Dies war der Anfang der modernen ästhetischen Nasenchirurgie. Um die Jahrhundertwende wurden dann die ersten Nasenverkleinerungen ohne äußere Schnitte durchgeführt. Der Berliner Arzt Jacques Joseph entwickelte und dokumentierte unzählige Techniken, die noch heute die Grundlage für viele Methoden in der Nasenchirurgie bilden.

Der Patient der in die Praxis kommt Patientin vor und drei Monate nach einem ästhetisch chirurgischen Eingriff, bei dem die Nase verkleinert wurde und eine Veränderung seiner Nasenform anstrebt, hat häufig ein bestimmtes Ideal vor Augen. Dabei muss allerdings die Harmonie des Gesichtes als Ganzes berücksichtigt werden. Die Nase darf den Blick des Gegenübers nicht zu sehr auf sich ziehen. Auch das Ausdrucksspiel von Mund und Augen sollte nicht gestört werden. Hier muss der Arzt beraten. Nur wenige Patienten können sich vorstellen, wie eine neue Nasenform den Gesichtsausdruck verändern wird. Hilfreich ist, wenn Patienten Fotos von ihren «Wunsch- Nasen» zeigen. Mit Computer-Simulation kann man dann sehr anschaulich darstellen, wie sich eine Veränderung der Nasenform auf die Gesamterscheinung auswirkt.

Korrekturen an der Nase erfolgen in der Regel durch chirurgische Eingriffe am Stützgerüst der Nase, das sowohl knöchern als auch knorpelig ist. Nur sehr selten muss auch der bedeckende Hautmantel verändert werden. Dieser passt sich dem veränderten Nasengerüst an. Daher genügt es meistens, von Schnitten innerhalb der Nase die notwendigen Veränderungen durchzuführen. Dies erfordert vom Chirurgen allerdings ein hohes Maß an Geschicklichkeit Vorstellungsvermögen und Erfahrung. Schließlich erfolgen die Formveränderungen des Nasengerüstes teilweise ohne direkte Sicht Die endgültige Nasenform ist erst nach einigen Wochen oder Monaten erkennbar, wenn sich die innerlichen Vernarbungen bei der Wundheilung auflösen und auch die Schrumpfungsvorgänge abgeschlossen sind.

Verschiedene Anforderungen

Der Schwierigkeitsgrad einer Nasenoperation kann sehr unterschiedlich sein. Die Begradigung und Verschmälerung einer Höckernase ist ein recht einfacher Eingriff, für den meist ein eintägiger Aufenthalt in der Klinik ausreicht. Bereits eine Woche nach der OP wird der Stützverband entfernt und es sind kaum noch Schwellungen vorhanden.

Wenn zur Verbesserung der Nasenatmung auch umfangreiche Korrekturen an der Nasenscheidewand erfolgen, oder gar Knorpeloder Knochentransplantate eingesetzt werden müssen, um das Nasengerüst zu stabilisieren, kann auch ein mehrtägiger Klinikaufenthalt und eine längere Nachbehandlung erforderlich sein. Es werden also unterschiedlich hohe Anforderungen an den Chirurgen gestellt, der seine Grenzen kennen sollte. Nachoperationen können Korrekturen nämlich erschweren - durch Vernarbungen und dem möglichen Verlust wichtiger Strukturbestandteile der Nase.