Nächtliches Zähneknirschen und -pressen belastet Kiefer, Zähne und Muskulatur dauerhaft. Die möglichen Folgen beschränken sich aber nicht auf die Zähne. Patienten berichten beispielsweise über Druck- oder Schmerzgefühle im Kieferbereich, morgendliche Beschwerden, Kopfschmerzen oder eine als unangenehm empfundene Spannung im gesamten Gesichts- und Schläfenbereich. Botulinumtoxin entspannt gezielt den überaktiven Kaumuskel und kann Schmerzen und Verschleiß spürbar reduzieren.

Dr. Dr. Frank Muggenthaler
Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Ästhetisch-Plastische Operationen
Dr. Dr. Frank Muggenthaler
Specialist in oral and maxillofacial surgery
Aesthetic plastic surgery
Als Bruxismus bezeichnet man das unbewusste Knirschen oder Pressen mit den Zähnen. Dies geschieht häufig während des Schlafs, kann aber auch tagsüber auftreten, insbesondere in Stresssituationen. Dabei ist die Kaumuskulatur, vor allem der Musculus masseter, übermäßig aktiv und wird deutlich stärker beansprucht als beim normalen Kauen.
Typische Folgen von Zähneknirschen sind:
Auslöser sind häufig Stress, eine Fehlstellung des Bisses oder eine erhöhte muskuläre Grundspannung. Bruxismus selbst ist damit oft auch ein neurologisch-muskuläres Phänomen, nicht allein ein zahnmedizinisches.
Behandlungsdauer
10–15 Min.
Wirkeintritt
1–2 Wochen
Allmählich zunehmende Entspannung
Wirkdauer
ca. 3–6 Monate
Individuell unterschiedlich, danach Auffrischung möglich
Botulinumtoxin wird direkt in den Musculus Masseter injiziert, den Hauptmuskel des Kauens. Es blockiert dort die Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskelfasern, wodurch der Muskel seine maximale Kraft nicht mehr voll entfalten kann. Das Zähneknirschen selbst ist ein vom Gehirn gesteuerter Reflex und lässt sich dadurch nicht ursächlich verhindern. Die Kraft, mit der die Zähne aufeinandergepresst oder geknirscht werden, kann jedoch deutlich reduziert werden. Dadurch werden Zähne, Kiefergelenke und Muskulatur entlastet und damit verbundene Beschwerden und Schmerzen häufig spürbar gelindert.
Als angenehmer Nebeneffekt kann sich bei ausgeprägter Masseterhypertrophie zusätzlich die Kieferkontur verschmälern – medizinisch im Vordergrund steht hier aber die Entlastung, nicht die Ästhetik.

Durch die gezielte Entspannung der überaktiven Kaumuskulatur mit Botulinumtoxin lässt sich die Muskelaktivität auf ein normales Mass reduzieren. In vielen Fällen kann dadurch auf eine Aufbissschiene verzichtet werden.

Anamnese & Untersuchung
Wir besprechen Ihre Beschwerden, tasten die Kaumuskulatur ab und prüfen, ob Botulinumtoxin für Sie geeignet ist – ggf. in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Zahnarzt zahnärztlicher Vorbehandlung.
Individuelle Dosierung
Menge und Verteilung der Injektionspunkte richten sich nach Muskelstärke und Beschwerdebild und werden für Sie persönlich festgelegt.
Injektion
Die eigentliche Behandlung dauert wenige Minuten. Mit feinen Nadeln wird das Präparat an mehreren Punkten in den Masseter eingebracht.
Wirkeintritt
Die Wirkung setzt allmählich ein, spürbar meist nach einigen Tagen bis zwei Wochen, mit vollem Effekt nach etwa zwei bis vier Wochen.
Verlaufskontrolle
In einem Folgetermin besprechen wir die Wirkung und planen bei Bedarf die nächste Auffrischung.
Für Menschen mit anhaltendem, unbewusstem Zähneknirschen oder -pressen, spürbarer Kieferverspannung oder Masseterhypertrophie. Ob Botulinumtoxin im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir im Beratungsgespräch.
Wenn durch die Botulinum Toxin Behandlung die übermässige Aktivität der Kaumuskeln auf das Normale reduziert wird, kann in den meisten Fällen auf das Tragen einer Aufbißschiene verzichtet werden.
Bei korrekter, individuell dosierter Behandlung bleibt normales Kauen möglich. Bei zu hoher Dosierung kann die Kaukraft vorübergehend spürbar nachlassen – deshalb ist eine sorgfältige Dosierung wichtig.
Vorübergehende Schwellungen oder Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle sind möglich. Über seltenere Risiken klären wir Sie vor der Behandlung ausführlich auf.
An den Einstichstellen kann es zu leichten Rötungen, Schwellungen oder einer vorübergehenden Druckempfindlichkeit kommen. In seltenen Fällen tritt eine vorübergehende übermäßige Muskelschwäche im behandelten Bereich auf.

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