Wer an chronischer Migräne leidet, kennt den Alltag zwischen Kopfschmerztagen und der Angst vor dem nächsten Anfall. Botulinumtoxin ist eine der wenigen Behandlungen, die speziell für diese Form der Migräne zugelassen ist und die Anzahl der Kopfschmerztage nachweislich reduzieren kann.

Dr. Dr. Frank Muggenthaler
Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Ästhetisch-Plastische Operationen
Dr. Dr. Frank Muggenthaler
Specialist in oral and maxillofacial surgery
Aesthetic plastic surgery
Von chronischer Migräne spricht man, wenn über mindestens drei Monate an 15 oder mehr Tagen pro Monat Kopfschmerzen bestehen, davon mindestens acht Tage mit typischen Migränemerkmalen (z. B. pulsierender, einseitiger Schmerz, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit).
Behandlungsdauer
15–20 Min., ambulanter Termin ohne Ausfallzeit
Wirkeintritt
allmählich, volle Beurteilung meist nach 2 Zyklen möglich
Wirkdauer
ca. 12 Wochen pro Zyklus, danach Wiederholung
Botulinumtoxin ist nicht pauschal „gegen Kopfschmerzen“ oder gegen jede Form der Migräne zugelassen. Für bestimmte Botulinumtoxin-Präparate besteht jedoch eine Zulassung zur Behandlung der chronischen Migräne, wenn die in der jeweiligen Fachinformation festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind.
Bei Onabotulinumtoxin A betrifft dies erwachsene Patienten mit chronischer Migräne und einer entsprechend hohen Zahl von Kopfschmerz- beziehungsweise Migränetagen, bei denen prophylaktische Migränemedikamente nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden.

Bei chronischer Migräne wirkt Botulinumtoxin nicht nur entspannend auf die Muskulatur. Es greift auch direkt in die Schmerzweiterleitung ein und kann so die Zahl der Kopfschmerztage spürbar reduzieren.

Bei der Migränebehandlung wird Botulinumtoxin nach einem festgelegten Schema an einigen Punkten in Stirn-, Schläfen-, Nacken- und Schultermuskulatur injiziert. Anders als bei rein muskulär bedingten Beschwerden wirkt es hier nicht nur über die Muskelentspannung: Es hemmt zusätzlich die Freisetzung schmerzvermittelnder Botenstoffe an den Nervenendigungen und wirkt damit direkt auf die Schmerzentstehung und -weiterleitung. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sich unter der Behandlung die Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat spürbar reduziert.
Studienlage: Grundlage für die Zulassung bei chronischer Migräne ist das PREEMPT-Studienprogramm, in dem 1.384 Patienten randomisiert entweder Botox oder Placebo erhielten. Nach 24 Wochen zeigte sich unter Botox eine signifikante Reduktion der Kopfschmerztage.
Quelle: Dodick DW, Turkel CC, DeGryse RE, et al. OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: pooled results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phases of the PREEMPT clinical program. Headache. 2010;50(6):921–936. [PubMed: 20487038]
Diagnosesicherung
Wir prüfen anhand eines Kopfschmerzkalenders oder Ihrer bisherigen Aufzeichnungen, ob die Kriterien der chronischen Migräne erfüllt sind, und stimmen uns bei Bedarf mit Ihrem Hausarzt ab.
Aufklärung & Planung
Wir besprechen den Ablauf, das standardisierte Injektionsschema und was Sie realistisch erwarten können.
Botulinumtoxin Injektion
Die Behandlung erfolgt an festgelegten Punkten im Bereich von Stirn, Schläfen, Nacken und Schultern und dauert etwa 15 bis 20 Minuten.
Wirkverlauf beobachten
Wir empfehlen, Kopfschmerztage und -intensität weiter zu dokumentieren, um die Wirkung objektiv beurteilen zu können.
Folgezyklus
Etwa alle 12 Wochen erfolgt bei anhaltendem Bedarf die nächste Behandlung; über mehrere Zyklen hinweg lässt sich der Erfolg am besten einschätzen.
Für Patienten mit gesicherter chronischer Migräne (≥15 Kopfschmerztage/Monat über mindestens 3 Monate), bei denen andere vorbeugende Maßnahmen nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.
Ein Kopfschmerzkalender über einige Wochen gibt Aufschluss. Gerne werten wir Ihre Aufzeichnungen gemeinsam mit Ihnen aus – im Zweifel empfehlen wir eine neurologische Abklärung.
Manche Patienten bemerken bereits wenige Tage nach der ersten Behandlung eine Veränderung, bei anderen zeigt sich der volle Effekt erst nach etwa zwei Wochen
Bei OnabotulinumtoxinA betrifft dies erwachsene Patienten mit chronischer Migräne und einer entsprechend hohen Zahl von Kopfschmerz- beziehungsweise Migränetagen, bei denen prophylaktische Migränemedikamente nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden.
Ob diese Kriterien vorliegen und ob eine Behandlung medizinisch sinnvoll ist, muss vorab ärztlich beurteilt werden.
Davon zu unterscheiden sind andere Kopfschmerzformen, episodische Migräne oder Beschwerden, bei denen beispielsweise muskuläre Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich im Vordergrund stehen. Eine Behandlung mit Botulinumtoxin kann hier – abhängig von Diagnose, Präparat und Behandlungskonzept – außerhalb der zugelassenen Indikation liegen.
An den Einstichstellen kann es zu leichten Rötungen, Schwellungen oder einer vorübergehenden Druckempfindlichkeit kommen. In seltenen Fällen tritt eine vorübergehende übermäßige Muskelschwäche im behandelten Bereich auf.
Die Behandlung erfolgt durch Dr. Dr. Frank Muggenthaler, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG), mit rund 30 Jahren Erfahrung im Umgang mit Botulinumtoxin. In dieser Zeit wurden etwa 25.000 Behandlungen durchgeführt.

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